Stiftskirche

Heute kath. Pfarrkirche. Durch Umgestaltung des römischen Palatiolum entstandener Bau mit frühromanischer Apsis. Baubeginn im 10. Jh.  Die verfallene Stiftskirche, ursprünglich ein römischer Bau, ist eine der ältesten christlichen Kirchen Deutschlands. Sie wurde vollständig renoviert und auf einem Teil der Fundamente des römischen Palastes erweitert. Jetzt ist sie Pfarrkirche der kath. Gemeinde.

In dem anschließenden Überrest des Kreuzganges mit dem Stiftsgebäude befanden sich eine Kapelle und eine Gartenterrasse (heute Wirtschaftsbetrieb Hotel Klosterschenke).Rundgang durch die Kirche. Am besten kann der Besucher den Rundgang beginnen am Barockportal im alten Teil der Kirche. Direkt neben dem Eingang befinden sich zwei Beichtstühle aus dem 18. Jahrhundert. Über der Eingangstür der Sakristei sind Buchstaben als Zahlzeichen, die das Jahr der Wiedereinweihung wiedergeben. Etwas weiter befindet sich an der Wand eine Mutter Gottes Statue aus dem 18. Jahrhundert. Etwas weiter befinden sich im Mauerwerk zwei Bögen. Sichtbar für die Gläubigen im alten und im neuen Teil der Kirche ist der Tabernakelschrein aufgestellt. Der Tabernakel ist vom Kunstschmied Adolf Steines, ausgeführt. An jeder Seite ist ein biblisches Motiv angebracht: Das Mannawunder in der Wüste, Moses, der das Wasser aus den Felsen schlägt, die wunderbare Brotvermehrung und die Speisung der Menge. Schließlich befindet sich auf dem Tabernakelschrein auch das beliebte Motiv der Mosel: Christus, der die Kelter tritt. Der Schrein steht auf einer kunstvoll geschmiedeten Stehle und wird mit einem durchbrochenen Pyramidendach gekrönt. Der Tabernakel ist das Zelt Gottes unter den Menschen. In der verwandelten Brotgestalt will der Herr mitten in der Gemeinde sein. Hinter dem Altar ist ein achtsitziges Chorgestühl vom Ende des 18. Jahrhunderts aufgestellt. Dieses Gestühl stand einst im Chorraum links und rechts vom Altar. Das Gestühl ist mit geschuppten Pilastern und Lorbeerabrahmungen geschmückt. Über den Chorbänken befinden sich zwei Apostelfiguren aus dem 18. Jahrhundert: Petrus und Andreas. In der Nebenkapelle befindet sich ein Altaraufsatz. Dieser Aufsatz mit in der Mitte die Kreuzigungsgruppe, wurde im Jahr 1542 angefertigt In der linken Seitennische ist der hl. Martin und in der rechten der hl. Eligius abgebildet. Auf den Pilastermitten befinden sich Rundscheiben mit den Ahnenwappen des im Jahre 1557 verstorbenen Diungin. Dem Altar gegenüber ist eine sehr stark beschädigte Gedenktafel angebracht. Diese Tafel stammt aus der Werkstatt des Hans Ruprecht Hoffmann und ist dem am 16. Januar 1600 verstorbenen Pfarrer, Stiftadekan, Lehrer und Rektor der kurfürstlichen Universität Trier, Petrus Homphaeus aus Cochem geweiht. Im ehemaligen Altarraum befindet sich die Taufkapelle. Der Taufstein wurde vom Bildhauer Willy Hahn aus Trier geschaffen. Die Apsis erhielt nach der teilweisen Zerstörung der Kirche im Jahre 1689 größere barockartige Fenster. Diese Fenster wurden bei den Instandsetzungsarbeiten Anfang der sechziger Jahre entfernt. Zwischen der Apsis und der Marienkapelle steht das Grabmal des kurtrierischen Hauptmannes Pankratius Sauerzapf von Sulzbach, der im Jahr 1568 in einem Gefecht vor der Porta Nigra fiel, weil der Erzbischof durch den Streit mit den Trierern nicht in die Stadt einziehen konnte und in Pfalzel auf bessere Zeiten wartete, in der Pfalzeler Stiftskirche beigesetzt wurde. Der Chorraum, der Marienkapelle ist ein Schmuckstück der Stiftskirche. Die nicht mehr bestehende Marienkapelle war älter als der Chor, der zugleich mit einem "Joch" einer bestehenden Kapelle zugefügt wurde. Auffallend sind die schönen Kapitelle. Ein würdiger, alter und weiser Herr und ein lustiger Narr zieren diese Kapelle. Ein Würdenträger und eine trottelige Person leisten einander Gesellschaft. Sehr fein ist der Schlußstein mit der Gottesmutter, der das Jesuskind trägt, sitzen "in den Wolken". Maria hat einen Apfel in der Hand. Damit wird zum Ausdruck gebracht, daß sie die neue Eva ist. Durch die alte Eva kam die Sünde in die Welt. Aus der neuen Eva wurde der Erlöser geboren der die Urschuld durch seinen Tod und seine Auferstehung getilgt hat. Das Jesuskind hält eine Blume. Hier: Leichen der Erlösung und des neuen Lebens. Gott sandte seinen Sohn zu den Menschen. Bilder aus dem Leben Jesu werden in der zierlich gegliederten Fensterverglasung aus dem Jahr 1962 dargestellt..In der Kapelle ist eine Statue Marias aufgestellt. Diese Arbeit stammt vom Ende des 14.Jahrhunderts. Von der ca. 1,10m hohen, aus rötlichem Sandstein gearbeiteten Figur sind die Köpfe einfach gehalten. Der Unterkörper des Kindes ist vom Mantel der Muttergottes verhüllt. Maria hält in ihrer rechten Hand ein aufgeschlagenes Buch. Das Buch hält die Gottesmutter nicht zu sich hin, sondern einladend nach unten. Damit wird der betende und betrachtende Mensch eingeladen, mit ihr in das Gotteslob einzustimmen. Ein Vogel, in grauer Farbe gehalten, pickt das Kind Jesus in die linke Hand. Dies ist ein Zeichen des künftigen Leidens und Sterbens Jesu. Eine besondere Darstellung der Passion. An der Säule zwischen dem alten und neuen Teil der Kirche ist eine Josefsstatue aus dem 18. Jahrhundert. An der Rückwand des neuen Teiles befindet sich eine Tafel mit fast verloschener Inschrift. Auffallend ist die Annaselbdritt vorne im neuen Schiff. Diese Gruppe stammt vermutlich aus einer schwäbisch-süddeutschen Werkstatt und wurde um 1500 angefertigt. Mutter Anna, die Mutter Marias bietet ihrer Tochter das Jesuskind an. Bei einer Restaurierung in 1962 wurden Spuren der ursprünglichen Farbfassung gefunden. Zwischen Durchgang und Barockportal ist an der Wand eine Statue des hl. Eligius angebracht. Über dem Hauptaltar befindet sich ein eindrucksvolles Kreuz, das in früheren Zeiten als Missionskreuz diente. Befreit von vielen Farbschichten und liebevoll restauriert dient es seit einiger Zeit als Altarkreuz.

 

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